Sal - kapverdische Insel im Wind

Sal - kapverdische Insel im Wind

Detailinformationen:

Mitten im Nichts zwischen Afrika und Südamerika liegt die Inselgruppe
Cabo Verde.
Der Flug von Deutschland aus dauert gerademal angenehme 6 ½ Stunden und entführt uns in eine schon recht bizzare Welt.
Nach den üblichen Formalitäten (Visapflicht) sahen wir die Insel SAL das erste Mal und waren doch ein wenig überrascht. Sand, Steine, Berge. Pflanzen ? Fehlanzeige ! Außerhalb der Ortschaften findet man selten etwas, das wie eine Pflanze aussieht.
Nach kurzer Fahrt erreichten wir das RIU Resort, das aus der Ferne aussieht wie ein Dorf. Wie eine Fata Morgana taucht es in der diesigen Luft auf und entpuppt sich, zusammen mit dem RIU Garopa als Oase in der Wüste.
Die Anlage ist trotz ihrer Größe übersichtlich, mit großen Pools und viel Platz, so dass sich die Gäste selbst bei Vollbelegung nicht auf die Füße treten. Der Service ist gut und freundlich, wenn auch manchmal ein bisschen langsam. Das Essen ist wirklich sehr gut, vor allem wenn man bedenkt, dass alles eingeflogen werden muss. Der Strand ist der absolute Hammer. Kilometerlang, breit, mit Dünen, die jeder Wüste zur Ehre gereichen würde. Außerdem ist er zum Teil so leer, dass man sich auf der Suche nach anderen Leuten verwundert umschaut.
Die Zimmer sind großzügig und wohnlich. Einziges Manko sind die Türen zum Flur. Diese gehen sehr schwer zu und werden deshalb von den meisten Gästen mit Karacho zugeknallt. Mit ein bisschen Feingefühl kann man die Türen aber auch leise ins Schloss ziehen.
Ansonsten bietet die Anlage alles, was man von einem All inklusiv Resort erwarten kann.

Wir gingen morgens immer an den Strand. Im Winter kann es jedoch sein, dass man nicht ins Wasser kann, weil ein sehr starker Wind weht und entsprechend hohe Wellen an den Strand treibt. Die Brecher, die an den Strand donnerten, waren aber so faszinierend, dass wir das Baden nicht wirklich vermissten.
Nicht weit vom Resort entfernt liegt die kleine Ortschaft Santa Maria. Hier findet man ein paar Restaurants, Bars, Geschäfte und Hotels. Am Strand kann man den Wellenreitern zusehen und eine der vielen Strandbars besuchen. Zu Fuß erreicht man Santa Maria - am Strand entlang in ca. 45 Minuten - der Straße entlang in ca. 20 Minuten. Die Straße ist bereits zur Promenade ausgebaut, obwohl noch keine anderen Hotels vorhanden sind.
Nach einer Woche Strandleben war es an der Zeit, die Insel ein wenig zu erkunden. Wir buchten beim Veranstalter eine Jeeptour. Dies ist unproblematisch, weil die Gruppen noch sehr klein und deshalb erträglich sind. Dennoch ist es ratsam, schon von Deutschland aus einen Mietwagen zu buchen. Die Tour war gut organisiert und informativ.
Vorbei an Sandstränden, schroffen Felsküsten und mitten durch eine Mondlandschaft ging es los in Richtung Palmera. Und plötzlich war es da – ein etwas unwirkliches Gefühl der Faszination. Mit ihrer Schroffheit und Leere zieht die Landschaft einen in ihren Bann. Der ewige Wind formt Felsen, Ebenen und die seltenen Pflanzen und irgendwann hat man das Gefühl, ziemlich allein und weit weg von jeder Zivilisation zu sein.
Das Meer hat wunderschöne Felsbuchten aus dem Gestein gewaschen, in denen sich die mächtige Atlantikdünung mit Getöse bricht und seltsame Steinformationen erzählen die Geschichte vom vulkanischen Ursprung der Inseln.
Die Bucht von Buracona ist so ein Ort. Hier kann man bei Ebbe in den natürlichen Felsbassins sogar baden. Schaut man von der Bucht nach Norden wähnt man sich beinahe in Ägypten, denn dort erhebt sich der Monte Leste als perfekte Pyramide.
Nach einem kurzen Besuch in Palmera wartete auf uns noch ein besonderes Vergnügen in dem Örtchen Pedra Lume – die Salinen.
Sie werden heute noch bewirtschaftet und bieten einen kleinen See, in dem man schwimmen darf. Anstrengend ist das nicht, weil der Salzgehalt des Wassers so hoch ist, dass man nicht untergehen kann. Das Salz kann man sich in einem kleinen bewirtschafteten Haus, natürlich gegen Gebühr, wieder abwaschen oder man hält die halbe Stunde Rückfahrt so aus und duscht dann ausgiebig im Hotel.
Nach dieser Rundreise hat man das meiste von Sal gesehen und kann sich wieder dem Badevergnügen widmen.
Für Leute, die im Urlaub viel unterwegs sind, ist Sal sicher nicht das richtige Ziel. Hier fühlen sich alle Arten von Wassersportlern wohl. Surfbretter, Tauchausrüstungen, Kajaks etc. werden überall angeboten. Auch zum Kiten ist dieses Ziel perfekt geeignet! Ansonsten einfach viele Bücher mitnehmen und den Strand und das Meer genießen.

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